Mittwochsgedanke

In jedem Newsletter wird es künftig einen kurzen Impuls aus der Gemeindeleitung geben, den wir auch hier in ChurchTools unter dem Titel „Mittwochsgedanke“ teilen. Im Wechsel geben wir einen Gedanken weiter, der uns gerade bewegt – mal zum Wochenvers, zur Tageslosung oder zu einem Bibelvers, der uns persönlich begleitet.
Heute zur Tageslosung:
„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem Gott meines Lebens. Wann darf ich zum Tempel kommen und das Angesicht Gottes schauen?“ – Psalm 42,3

Wenn ich abends Pizza esse, wache ich manchmal nachts mit völlig ausgetrocknetem Mund auf. Ein Schluck Wasser reicht nicht – ich brauche richtig viel und spüre, wie es die Kehle hinunterfließt und mir neue Kraft schenkt. So ähnlich beschreibt der Psalmist, wie seine Seele nach Gott dürstet. Im Hebräischen meint „Seele“ nicht nur das Innere, sondern auch die Kehle und vor allem den ganzen Menschen. Durst nach Gott erfasst also Körper und Seele.

Der Beter kennt Zeiten, in denen Gott fern scheint: im Alltag, wenn alles gleichzeitig läuft, wenn der Kopf voller Sorgen ist oder die eigene Kraft oder Geduld nachlässt. Doch statt aufzugeben, klagt er ehrlich: „Ich dürste nach dir!“ – ein Satz, den du vielleicht sogar beim nächsten Glas Wasser leise mitsprechen kannst. Eine kleine Übung, die Sehnsucht wecken kann.

Am Ende des Psalms zeigt sich Gott (noch) nicht. Aber die Sehnsucht des Betenden beeindruckt mich und wirkt zugleich ansteckend. Er hält weiter Ausschau, in dem Wissen: „Bald werde ich ihm wieder danken“ (V.12). In Zeiten, wo ich Gott nicht erlebe, wünsche ich mir diese Haltung, Sehnsucht und Zuversicht.

Daniel Knelsen

Beitrag teilen